Schlachtung - Gans/Ente

Vorbereitung:

Die Vorbereitung ist das A und O für eine stressfreie Schlachtung und sollte bestenfalls wochentags geplant werden, damit notfalls noch Besorgungen (z.B. Gefrierbeutel) getätigt werden können (z.B. Freitagvorbereiten, Samstag schlachten, Sonntag: aufräumen und Verarbeitung des Fleisches). Wir beginnen in aller Regel früh morgens mit der Schlachtung. Dann sind die Tiere sowieso noch im Stall und müssen nicht auf freier Wiese eingefangen werden. Wir nehmen den Tieren das Futter vor dem Schlachttag NICHT weg. Dies erspart den Tieren Stress und die Leber ist größer ;-) Zwar ist bei der Entfernung des Kropfes Vorsicht geboten, aber dies nehmen wir in Kauf.

 

Zubehör für die Schlachtung:

  • Bolzenschussgerät/Schlagstock (Hartholz oder Metall)
  • Messer
  • 5 Eimer (1 x für Blut; 1 x für Darm; 1x für Herz + Leber + Magen; 1 x für Kopf und Füße; 1x für Sonstiges: Schlund + Lunge + Fett;)
  • Brühkessel (bestenfalls digital)
  • Bänder/Stricke
  • Leiter oder Baum an dem die Bänder und das Geflügel befestigt wird.

Ggf.:

  • Gefrierbeutel
  • Rupfmaschine

 

Betäubung:

Die Betäubung ist aus unserer Sicht der wichtigste Schritt, dem am meisten Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Damit die Tiere möglichst wenig Stress haben, verwenden wir keinen Trichter. Wir arbeiten bei der Betäubung zu zweit. Einer hält das Tier fest während es auf dem Rasen vor einem Brett sitzt. Nach 1-2 Minutigem Festhalten legen wir auf das Brett Körner, Brot oder andere Leckereien. Kennen die Tiere diese Leckereien, werden diese bald gierig geschnabbelt. Währenddessen greife ich den Kopf des Tieres, drücke ihn auf das Brett neben die verbliebenen Leckereien und setze das Bolzenschussgerät an. Wir betäuben unserer Tiere ausschließlich mit Bolzenschuss. Anfangs haben wir mit Schlagstock gearbeitet, empfinden aber das Bolzenschussgerät (vor allem bei Wassergeflügel) als wesentlich effektiver und dadurch um einiges stressfreier für Tier und Mensch.

Das richtige Ansetzen des Bolzenschussgeräts ist die Voraussetzung:

Der Stift des Geräts muss zwischen Auge und Ohr (direkt im Kleinhirn) einschlagen. Als Unterlage dient das bereits erwähnte Holzbrett.

 

Bild folgt...

 

Bei richtiger Handhabung liegt die Betäubungsquote mit Bolzenschuss bei 99,5% Die Bewusstlosigkeit testen wir während des Ausblutens noch mittels Augentest (mit Finger ins Auge fassen: wenn die Gans/Ente blinzelt, dann dringend nachbetäuben!).

 

Tötung/Ausbluten:

Wir führen nach der Betäubung den Ohrenstich durch. So wie der Name schon sagt, wird vom Ohr aus gesehen die Halsschlagader durchstochen. Das Messer belassen wir während des Ausblutens im Hals des Tieres, damit das Blut gezielter ablaufen kann. Das Tier stirbt innerhalb von 10-20 Sekunden.

 

Brühen:

Im nächsten Schritt werden die Tiere gebrüht, damit sich die Federn besser entfernen lassen. Ein Schuss Spülmittel ist bei Wassergeflügel immer sinnvoll!

Die Brühtemperatur und -zeit ist dabei entscheidend.

 

Gänse: 68-72 Grad, 2-3 Minuten

Enten: 68 Grad, 2-3 Minuten

 

Den Körper immer in Bewegung halten. Am besten an den Beinen anfassen oder mit einem Knüppel untertauchen und rühren. Bereits während des Brühvorgangs kann der Körper einige Male aus dem Wasser gezogen werden, um an der ein oder anderen Stelle die Federn probeweise zu ziehen. Lösen sich die Federn an Rücken, Schwinge und Bauch gut, kann zum nächsten Schritt übergegangen werden.

 

Bild folgt...

 

Rupfen:

Zum Rupfen werden die Körper Mittels Bänder am Baum/Leiter oder ähnlichem befestigt, um sie zu rupfen (oder bei vorhergehender Rupfmaschine nachzurupfen). Die Flügel- und Schwanzfedern als erstes Rupfen. Diese kühlen am schnellsten aus. Wurde richtig gebrüht, ist das Rupfen leicht und dauert je Körper ca. 10 Minuten.

 

Ausnehmen:

1. Beine/Füße im Gelenk abtrennen.

Hierfür bekommt man nach 2,3x ein Gefühl dafür, welche Stelle angeschnitten werden  muss, um nicht den Knochen zu beschädigen. Ich setze zwischen den beiden Hubbeln an.

 

2. After öffnen

Über diesen werden dann die Innereien rausgezogen. Nicht zu tief schneiden, um den Darm nicht anzuschneiden

 

3. Hals öffnen und Kopf abtrennen

Wenn der Kropf voll ist, diesem am besten nach rechts schieben und links schneiden. Dann wird dieser nicht beschädigt und alles bleibt dort so es hingehört.

 

4. Innereien von innen lösen und rausziehen

Dazu mit der Hand in den After hinein und die Innereien von der Körperwand lösen.

 

5. Innereien sortieren und Putzen

 

6.Hähnchen von innen abwaschen.